Brauchen Kandidaten über 50 tatsächlich andere Bewerbungsstrategien? Wie bewirbt man sich mit 50plus richtig? Und welche Vorteile sollte man auf jeden Fall nutzen?

Im März erschien Ausgabe 03/2025 der Zeitschrift Courage, die Frauen ermutigt, über Geld zu sprechen, sich mit ihren Finanzen auseinanderzusetzen und wirtschaftliche Eigenverantwortung zu übernehmen. Darin erschien auch ein Interview mit mir. Wir sprachen über Bewerbungsstrategien und darüber, was für Menschen über 50 bei der Jobsuche wirklich zählt.

Für Bewerberinnen und Bewerber über 50 sind klassische Bewerbungsstrategien oft nicht mehr zeitgemäß. Wichtig sind eine klare Zielsetzung, eine moderne Außendarstellung – besonders bei Lebenslauf und Social Media –, Eigeninitiative durch Netzwerken und Initiativbewerbungen, gut vorbereitete digitale Bewerbungen und ein überzeugendes Anschreiben.

Meine Empfehlung: Sie müssen nicht alles allein schaffen. Es gibt die Möglichkeit, sich individuell zu Bewerbungsstrategien und Möglichkeiten beraten zu lassen.


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Ursula Widmann-Rapp: Ja und nein. Gerade ältere Kandidaten, auch wenn sie bereits eine Topkarriere hingelegt haben, wissen oft gar nicht, wo und wie sie das Thema Bewerbung angehen sollen. Das heißt, sie brauchen erst einmal grundsätzliche Be­ratung. Und oft ist ihr Ziel auch ein an­deres als bei Einsteigern oder jüngeren Wechslern.

Können Sie das näher erläutern?

Wer sich mit 30 oder 40 bewirbt, für den geht es, flapsig formuliert, oft in erster Linie um höher, schneller, weiter. Man könnte auch sagen, um einen nach außen gerichteten Erfolg. Später werden ande­re Dinge wichtig: Zufriedenheit, das ei­gene Können sinnvoll einsetzen et cetera. Bewerben mit 50plus hat andere Vorzei­chen.

Wie sieht denn Ihre Unterstützung kon­kret aus?

Das kann natürlich von Fall zu Fall ver­schieden sein. Aber meistens beginnen wir mit dem Lebenslauf, der oft schon in die Jahre gekommen ist – und heute auch anders aufgebaut wird. Vater, Mutter, Religion oder Jahrzehnte alte Fortbildungen interessieren einfach nieman­den mehr. Wir schauen uns aber auch ins­gesamt die Außendarstellung an. Stich­punkt: Social Media.

Digital vernetzt sein – gehört das heute nicht schon zum Alltag?

Privat ja, beruflich längst nicht. Gerade wer lange oder ausschließlich in Festan­stellung war, vernachlässigt das Thema berufliches Netzwerken oft eklatant. Im­mer wieder sehe ich LinkedIn- oder Xing-Profile, die weder aktuell zur Person pas­sen noch auf das Ziel berufliche Verände­rung ausgerichtet sind. Manche wissen nicht einmal mehr, dass sie überhaupt ein Xing-Profil haben und lesen keine LinkedIn Nachrichten.

In welchen Netzwerken sollte frau sein?

Das kommt natürlich auch auf die Bran­che an.

LinkedIn und – vor allem wenn es um die Jobsuche geht – Xing empfehle ich ei­gentlich immer. Leider gibt es aber gera­de bei Älteren eine große Scheu, gesehen zu werden. Stattdessen konzentriert man sich auf die Suche in Jobportalen.

Das ist falsch?

Für Kandidaten 50plus gibt es dort sehr wenig. Gab es für diese Altersgruppe ei­gentlich noch nie.

Was heißt das konkret?

Eigeninitiative ist gefragt. Das heißt, ei­nerseits aktiv das eigene Netzwerk nut­zen. Recherchieren. Überlegen, welche Firmen interessant sind, auf die Website gehen und sich initiativ bewerben. Dabei aber wichtig: Sich formal immer an die Vorgaben des Unternehmens halten.

Und wie sollte diese Initiativbewerbung aussehen? Was soll drinstehen?

Entscheidend ist, deutlich herauszuarbei­ten, welche Rolle man sich konkret vor­stellt und was man dafür mitbringt. Das ist gerade für Kandidaten 50plus wich­tig, eben weil es Altersdiskriminierung natürlich immer noch gibt. In einem An­schreiben kann viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Dazu muss ich aber erst einmal selbst genau wissen, wohin meine berufliche Reise gehen soll.

Das stimmt. Auch hier kann Unterstüt­zung sehr hilfreich sein. Das ist auch wichtig, wenn es zu einem Vorstellungs­gespräch kommt. Hier gilt: sich einer­seits intensiv mit dem Unternehmen be­schäftigen und andererseits auch heraus­arbeiten, mit welchem eigenen – langjäh­rig aufgebauten – Erfahrungsschatz man das Team ergänzt. Das kann man üben. Ich biete meinen Kunden hierzu virtuelle Rollenspiele an.


Wenn Sie Ihren beruflichen Neuanfang 50plus bewusst gestalten wollen, schlage ich vor, wir führen ein kostenfreies Erstgespräch. Dabei schauen wir gemeinsam, wie Ihr Weg aussehen kann – mit Strategie, Klarheit und dem, was Ihnen wirklich Sinn gibt.

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